Fehlende Chancengleichheit: Heimkinder müssen zahlen

In den Medien wird derzeit ein Thema diskutiert, welches uns schon seit Längerem immer wieder in unserer pädagogischen Praxis beschäftigt. Es geht um Abgaben, die Heim- und Pflegekinder, bzw. wohl eher Jugendliche, an den Staat leisten müssen. Sowohl für Heimkinder als auch für Pflegekinder gilt, dass sie bis zu 75% ihrer Einnahmen aus Nebentätigkeiten oder Ausbildungsgehalt an das Jugendamt „zurückzahlen“ müssen. Mit diesen Zahlungen sollen sie die Kosten mittragen, die dem Staat durch ihre Situation entstanden sind. Damit sind die betroffenen jungen Menschen gegenüber ihren Altersgenoss_innen benachteiligt – wenn man hinzunimmt, dass diese auch bei ihren eigenen Eltern groß werden dürfen - quasi doppelt benachteiligt. Wir möchten dazu anregen, zu hinterfragen, ob die Last auf den Schultern der Jugendlichen ihren richtigen Ort gefunden hat. Oder ob wir als Gesellschaft nicht gefragt sind, die jungen Menschen auf ihrem Weg in die (finanzielle) Selbstständigkeit unbelastet zu entlassen? Viele Aspekte sprechen dafür. Wir sind froh, dass diese Kontroverse nun in die öffentliche Diskussion getragen wird, und möchten unseren Teil dazu beitragen, darauf aufmerksam zu machen! Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an die Zentrale in Meppen 05931.5411

Einen sehr interessanten Artikel dazu hat die Süddeutsche Zeitung verfasst. Leseempfehlung! https://www.sueddeutsche.de/karriere/pflegekinder-euro-stundenlohn-1.4241789?fbclid=IwAR0waix3_795LevPYd70F-ZbuVhzvBl7SjGbDSN3Lz8Vwx5kspItTtz6f_0